Immer mehr Menschen wird bewusst: Unsere Gesundheit ist eines der wertvollsten Dinge, die wir besitzen. Solange wir sie haben, schenken wir ihr oft wenig Beachtung. Erst wenn Probleme auftauchen, beschäftigen wir uns genauer mit dem, was uns ausmacht: unserem Körper. „Du bist, was du isst“ ist ein gut bekannter Spruch. Wir bestehen aus dem, was wir aufnehmen. Unser Frühstücksbrot wird in unserem Verdauungssystem in seine Einzelteile zerlegt, um diese dann zur Energiegewinnung, zum Aufbau von Gewebe und vielem anderen zu nutzen. Unser Frühstücksbrot wird also zu einem Teil von uns selbst. Füllt man immer nur minderwertige Dinge in unseren Körper, kann das komplexe System Mensch zwar eine überraschend lange Zeit damit umgehen – früher oder später allerdings rächt sich die Vernachlässigung. In diesem Bewusstsein beschäftigen wir uns immer mehr mit dem Thema Ernährung, mit dem Ziel, unsere Gesundheit zu erhalten.

Dabei gibt es sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Schon mal etwas von der Paleo- oder Steinzeitdiät gehört? Oder Low-Carb? Vegan, Roh oder überhaupt nur Früchte? Was ist jetzt mit den sogenannten Superfoods? Sind diese besonders gesund oder stimmt das gar nicht? Beginnt man sich intensiver mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen, wird man immer neuen Ideen, Theorien und Strategien konfrontiert. Wir wollen hier einen kurzen Einblick geben in die Foodtrends, die uns ins Jahr 2017 begleiten werden.

Foodtrends Vegan, Low Carb, Paleo – Zurück in die Steinzeit?

Wie viele Veganer kennst du in deinem Umfeld, oder lebst du selbst schon vegan? Die Wahrscheinlichkeit ist nicht so gering wie manche meinen möchten. Der Trend zur veganen Ernährung wird auch 2017 noch weitergehen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine strikt pflanzliche Ernährung, aus ethischen und/oder gesundheitlichen Gründen. Längst müssen Veganer nicht mehr auf alles verzichten, Fleischersatzprodukte findet man heute schon in mittelgroßen Supermärkten. Dabei gibt es von pflanzlicher Leberwurst über Shrimpsersatz und wie-Extrawurst schon einiges zu entdecken. Über den Sinn solcher Entwicklungen wird recht kontrovers diskutiert. Sehen es die einen noch als ihr gutes Recht, in Erinnerung an die früheren Fleisch-Zeiten noch hin und wieder von etwas abbeißen zu dürfen, das wenigsten annähernd wie das Original aussieht, finden es andere absurd und unnatürlich solche Dinge industriell aufwändig herzustellen.

Können sich Veganer theoretisch noch nach Herzenslust mit Zucker- und Weißmehlprodukten ernähren, so hat das in der Low Carb oder der Paleo-Diät keinen Platz mehr. Dabei reicht die Palette von panischem Kohlenhydrat-Rechnen bis zum sinnvollen Verzicht auf verarbeitete, ausgemahlene Getreideprodukte. Gemeinsam ist den beiden Ernährungsrichtungen die eiweiß- und fettbetonte Auswahl an Lebensmitteln. Dadurch, dass weniger Kohlenhydrate aufgenommen werden, soll der Blutzuckerspiegel konstant gehalten werden und Gewichtszunahme durch Fetteinlagerung verhindert werden. Die Paleo-Diät geht noch einen Schritt weiter und lässt grundsätzlich nur unverarbeitete Lebensmittel zu, wie sie auch schon die Steinzeitmenschen essen konnten. Diese Art der Ernährung ist vor allem für diejenigen überraschend, die das bisherige Credo „Fett macht dick“ verinnerlicht hatten.

Back to the roots: Alte Obst- und Gemüsesorten

Schon mal blaue Kartoffeln gesehen? Man findet sie mittlerweile auf so manchen Märkten und manchmal auch im Bio-Supermarkt. Genauso violette Karotten, schwarze Tomaten und gelbe Rüben. Diese alten Gemüsesorten werden heute wiederbelebt und angebaut. Im Gegensatz zu den intensiv kultivierten Standardsorten überzeugen diese Arten oft durch besondere Widerstandskraft, Anspruchslosigkeit und Farbenfreude. Leider bringen sie auch weniger Ertrag, weswegen sie ursprünglich aus unserem Speiseplan verschwunden sind. Besonders Engagierte bauen ihr Bio-Gemüse aus alten Sorten daher selbst an. Auch Wildpflanzen werden heute wiederentdeckt. Beispielsweise eignen sich die zarten jungen Blätter der Brennnessel für Suppen oder als Spinatersatz. Auch von Heilwirkungen verschiedener Wildkräuter wird berichtet, Freunde von gesunden Smoothies verarbeiten schon mal Vogelmiere und Co. in ihren grünen Powersmoothies. Wildkräuter besitzen oft ein intensives Aroma, sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen und lassen sich in der Küche recht vielfältig einsetzen.

Saisonal und Regional

Muss man im Winter unbedingt Erdbeeren essen? Ein weiterer positiver Trend: Viele bemühen sich vermehrt saisonal und regional einzukaufen. Dabei ist gar nicht so viel Kreativität nötig, Blogs und Foren liefern unzählige Ideen, saisonales Obst und Gemüse vor allem im Winter zu leckeren Gerichten zuzubereiten. Es muss nicht immer Paprika, Tomate und Gurke sein,  auch Wurzelgemüse hat einiges zu bieten. Oder man probiert sich am Einmachen, um Sommergemüse auch im Winter genießen zu können. In jedem Fall wird es die Umwelt danken und auch die heimischen Landwirte, die Kohl, Rüben und anderes Wintergemüse anbieten.

Superfoods

Von sogenannte Superfoods haben heute schon die meisten gehört. Dazu gehören Chiasamen, Aronia-, Goji-, Acaibeeren, Hanfsamen, Moringa, Gerstengras – um nur einige zu nennen. Was diese Dinge gemeinsam haben ist ihre besondere Nährstoffdichte. So enthalten sie besonders viele Proteine, Antioxidanzien, Vitamine und Mineralstoffe. Chia- und Hanfsamen beispielsweise sind reich an Omega 3-Fettsäuren, Moringa enthält doppelt so viel Kalzium wie Milch, Aroniabeeren weisen den höchsten in Obst gemessenen Wert an antioxidativem OPC auf.

Aber es muss nicht immer exotisch sein! Auch regionale Obst- und Gemüsesorten können Superfoods sein. So ist Leinsamen vergleichbar mit Chiasamen, Rote Bete trumpft mit natürlichen NO-Vorstufen auf und roher Brokkoli liefert krebshemmende Senföle. Dabei ist zu beachten, dass Superfoods keine Wundermittel sind – auch das beste Superfood kann nichts nützen, wenn es nur in minimalen Mengen einem ansonsten normalen Müsli beigemischt ist. Auch ein Superfood wird erst dann zu einem wirksamen Superfood, wenn man es regelmäßig und in ausreichenden Mengen zu sich nimmt.

Intoleranzen – gluten- laktose- und fruktosefreies Essen

Immer mehr Menschen leiden unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten und –allergien. Dementsprechend steigt die Nachfrage an speziellen Lebensmitteln, die frei von dem unverträglichen Stoff sind. Laktosefreie Milch ist keine Besonderheit mehr, glutenfreies Gebäck wird heute von immer mehr Bäckereien angeboten. Eine strenge Diät frei von diesen Stoffen ist aber nur bei einer tatsächlichen Unverträglichkeit bzw. Allergie notwendig. Auch wenn Weizengluten als wenig gesundheitsfördernd vermutet wird, kommt unser Körper in Maßen trotzdem damit zurecht. Für Menschen mit Unverträglichkeiten sind frei-von-Produkte aber eine gute Alternative. Auch wenn grundsätzlich von Selbstdiagnosen abzuraten ist, kann man eine Unverträglichkeit relativ einfach selbst austesten, indem man den bewussten Stoff eine Zeit lang vermeidet und die Auswirkungen beobachtet.

Hör auf deinen Körper

Welcher Ernährungstrend ist für dich der richtige? Das kann dir wahrscheinlich niemand so genau sagen. Von Extremen ist fast immer abzuraten. Benutze deinen Verstand und höre auf dein Bauchgefühl. Bevorzuge naturbelassene Lebensmittel – back to the roots. Teste die verschiedenen Möglichkeiten aus und fühle nach, wie du damit zurechtkommst. Unser Körper sagt uns schon, was für ihn gut ist oder nicht. Wir müssen nur richtig zuhören. In diesem Sinne – bleib auch 2017 gesund!

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